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Therapie - Behandlung

Die Geschichte meiner „Psoriasis Karriere“ wurde im Infobrief PSM Nr. 5 vom August 2000 veröffentlicht und wird mit unserer Erstinformation unter „Leben mit Psoriasis“ versandt (siehe Erfahrungen Dietmar). Im folgenden möchte ich nun beschreiben, wie ich mich aktuell behandele. Eine Anmerkung vorab: Die beispielhaft genannten Pflegeprodukte sollte jeder nach eigenem Ermessen und Empfinden verwenden oder ggf. durch Alternativen ersetzen. Die Salben und Cremes gibt es auch in anderer Zusam­mensetzung, die für den Einzelnen vielleicht geeig­neter sind.

Zur täglichen Hautpflege verwende ich Excipial® mit Urea 4% (Firma Karrer), Abitima (Firma Dumex) und Linola® Fett (Firma Wolff). Das Gesicht pflege ich täglich mit Lipoderm® Gesichtscreme (Firma Karrer) oder Pityval (Firma Roche Posay). Zum Entspannen bade ich zweimal die Woche mit Badeölen der Firma Dr. Atzinger oder mit Balneum (Firma Hermal). Den Kopf wasche ich zweimal die Woche oder nach Bedarf öfters mit Ellsurex® (Firma Galderma) oder de-squaman (Firma Hermal), die Kopfhaut behandele ich nach Bedarf (kommt sehr selten vor) mit Berniter (Firma Galderma) oder Criniton (Firma Dr. Atzinger).

Nachdem ich inzwischen zusammen gerechnet volle zwei Jahre in Kliniken verbracht habe, probiere ich seit 2002 eine Heimbehandlung mit einem Ganzkörper Bestrahlungsgerät aus. Die sogenannte Blockbehandlung findet zweimal im Jahr, mit je 5 Wochen täglichem bestrahlen statt. Dafür habe ich ein UVB Schmalspektrumgerät mit 311 nm Wellenlänge angeschafft. Da es sich um ein Halbseitengerät handelt, bestrahle ich zunächst eine Körperhälfte und drehe mich nach Ablauf der ersten Bestrahlung um 1800 Grad, um die zweite Hälfte zu bestrahlen. Meine Versuche die Kranken­kasse an den Kosten zu beteiligen verliefen, trotz des Attest, dass mir meine Hautärztin für die Heim­behandlung geschrieben hat, im Nirwana. Selbst Kostenargumente waren keine aus­rei­chenden Gründe. Wenn der medizinische Dienst die Äußerung macht, dass eine eventuelle Haut­krebsgefahr besteht, dann sagen die Kranken­kas­sen „Nein“ zur Kostenübernahme oder Bezu­schussung, obwohl das Argument ja auch für die Bestrahlung beim Arzt oder in der Klinik gelten müsste. Meine Behandlung findet in Absprache mit meiner Hautärztin statt. Daher würde ein Hautkrebs in jedem Fall rechtzeitig erkannt werden können.

Etwa ab der zweiten oder dritten Woche nach dem Bestrahlungsbeginn verwende ich zusätzlich zur Behandlung der Psoriasisstellen einmal täglich ein Vitamin D3 Präparat wie z.B. Daivonex® (Firma Leo), Psorcutan® (Firma Asche Schering), Curatoderm® (Firma Hermal) oder Silkis® (Firma Galderma). Eine Tube mit 100g Inhalt reicht in meinem Fall etwa bis vier Wochen nach Bestrahlungsende. Zum Schluss behandele ich mich nur noch zweimal die Woche. Ohne Bestrahlung sollten meines Erachtens diese Salben oder Cremes generell besser zweimal täglich ange­wendet werden.

Durch den Satz „Medikamente nehme ich nicht; das ist Chemie und Gift!“ werde ich daran erinnert, dass ich chronisch krank bin. Ich gehöre zu den Menschen, die wie viele erkrankte Mitbürger mit Medikamenten leben dürfen/müssen. Ich bin mir bewusst, dass meine Psoriasis Arthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung) ohne Behandlung mit Medikamenten sowie physischen Therapien in einem Stadium wäre, die meine Beweglichkeit noch viel stärker einschränken würde, von den Schmerzen einmal abgesehen.

Im folgenden erwähne ich die Wirkstoffe, die Präparate und die Hersteller, um den Lesern die Möglichkeit zu geben, nachfolgendes besser zu verstehen. Ich nehme einmal die Woche 20 mg MTX (Methotrexat) in Tablettenform (Firma Medac, Lederle oder Hexal) als Basistherapie. Dazu kommen einmal die Woche 5mg Folsäure (Lederfolat, Firma Lederle).

Als Ergänzung, um ggf. die Dosis der Medikamente möglichst niedrig zu halten, dienen mir einmal täglich 1µg Vitamin D3 Derivat (Doss®, Firma Byk Gukden) sowie einmal täglich 300/15 Omega3/Vitamin E (Epamax, Firma Merck). Da ich zu hohen Blutdruck hatte, muss ich einmal täglich auch 2,5 mg Delix®  (ACE Hemmer) einnehmen und glücklicherweise habe ich bisher keine negativen Auswirkungen auf die Schuppenflechte festgestellt.

Seit 1986 werde ich mit Basistherapeutika behandelt. Nach Chloroquindiphosphat (Resochin®, Firma Bayer), Sulfasalazine (Azulfidine RA®, Firma Pharmacia), Colo-Pleon®, Firma Henning) und Auranifin (Ridaura®, Firma Smith Kline Beacham), die anfänglich wirkten und dann wirkungslos wurden, bin ich schließlich 1995 bei MTX angelangt. Seit 1997 komme ich damit zurecht, ohne zusätzlich regelmäßig ein Antirheumatikum (NSAR) einnehmen zu müssen.

Eines möchte ich abschließend noch anmerken: Eine Basistherapie erhalten Patienten entweder beim Hausarzt (zu 20%), beim Internisten (zu 50%) oder beim Rheumatologen (zu 80%). Meiner Meinung nach ist der internistische Rheumatologe als Facharzt für Diagnose und Therapiebegleitung die beste Wahl.

 

Dietmar Schulz
Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Juli 2003

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