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Meine Odyssee zur Diagnose!

Meine Schuppenflechte begann im Alter von 20 Jahren. Mit ca. 30 Jahren kamen Gelenkbeteiligungen hinzu und die Psoriasis-Arthritis wurde diagnostiziert. Heute mit 46 Jahren ist die Krankheit bei mir nach wie vor präsent und es vergeht eigentlich kein Tag in meinem Leben, ohne Gedanken an die Psoriasis zu verlieren.
Wie vermutlich bei vielen Betroffenen begannen die Symptome zunächst harmlos. Am Anfang war es eine sehr kleine Stelle im Nacken, die manchmal juckte und die ich zunächst ignorierte. 

Als dann nach einigen Monaten Juckreiz im Afterbereich hinzukam, ging ich zum Hautarzt. Ich dachte damals, möglicherweise habe ich Hämorriden, ohne einen Zusammenhang mit der Stelle am Kopf zu sehen.
Weil ich bis dahin nie Hautprobleme hatte, war es damals mein erster Besuch beim Dermatologen und es sollte leider auch nicht mein letzter sein. Die Odyssee nach einem „guten“ Hautarzt und der richtigen Diagnose begann. 
Der erste Arzt diagnostizierte die Symptome am After als Ekzem und verschrieb mir darauf eine Salbe. Er meinte, in zwei Wochen sollte es verschwunden sein. Die Stelle im Nacken unter den Haaren war so klein, dass er dazu gar nichts sagen konnte. Abwarten, ob es sich verändert, sagte er. 

Als ich nach vier Wochen keine Veränderung durch die Salbe festgestellt hatte, besuchte ich den Hautarzt erneut. Nun war seine Aussage, ich hätte die Salbe zu lange genommen und aus dem Ekzem wäre jetzt ein Pilz entstanden. Für weitere Erklärungen hatte der Arzt keine Zeit und er verschrieb mir eine neue Salbe. Ich weiß noch genau, wie mich damals der Arzt vor den Kopf gestoßen hatte und mich die Aussage sehr ärgerte. Mit braven 20 Jahren und kaum Erfahrung mit Ärzten lässt man sich jedoch vieles gefallen.
Als die neue Salbe nach 2-3 Wochen ebenso keine Wirkung zeigte, suchte ich einen neuen Hautarzt auf. Der tippte dann wieder auf ein Ekzem und verschrieb mir weitere Salben/Cremes. Tatsächlich verbesserte sich die Stelle eine Zeitlang und der Juckreiz ließ etwas nach. Damals fragte und schaute ich nicht, was in den Salben/Cremes enthalten war. Es war mir egal, Hauptsache es hilft. Etwas sensibilisiert war ich jedoch durch die Erfahrung mit der Salbe, die ich angeblich zu lange genommen hatte. Nach einigen Wochen zweifelte ich an der Diagnose des Hautarztes, weil es im Grunde kaum Veränderungen durch die Anwendung der Mittel gab.

Ich suchte nun wieder einen neuen Hautarzt. Es wurde mir dann ein Arzt von Freunden empfohlen und ich vereinbarte einen Termin. Zu meiner Verwunderung sagte mir der Arzt nach Ansicht der Symptome und auf Grund meiner Erzählungen: „Ich könnte vermutlich noch zu 10 Ärzten gehen und vielleicht noch 10 verschiedene Diagnosen erhalten.“ Er ist jedoch der Meinung, dass es Schuppenflechte sei. Er fragte mich, ob ich von der Krankheit schon gehört hätte. Gehört ja, aber mehr auch nicht, war meine Antwort.
Er vereinbarte dann mit mir einen weiteren Termin noch am gleichen Tag. Ich sollte abends als letzter Patient noch einmal vorbeikommen, er hätte dann Zeit und er kann mir dann mehr darüber erzählen. Ich nahm den Vorschlag dankend an. Bis heute kann ich sagen, es war das beste und aufschlussreichste Gespräch, welches ich mit einem Arzt geführt hatte. Er informierte mich nicht nur gründlich über die Psoriasis, sondern er nahm sich auch die Zeit, auf mich einzugehen.

Er erkundigte sich über meine Lebensumstände und er fragte auch, ob in meiner Familie Personen Hautprobleme haben. Damals wusste ich noch nicht, dass PSO vererblich sein kann.
Als ich hörte, dass die Krankheit chronisch ist und welchen Verlauf sie nehmen kann, war ich ziemlich erschrocken. Zum Glück konnte mir der Arzt einige Ängste nehmen, möglicherweise auch deswegen, weil er selbst von Psoriasis betroffen war.
Als Therapie wurde mir damals nur eine selbst gemischte, schwache Cortisonsalbe vom Arzt angeboten. Er informierte mich auch über die Risiken der Daueranwendung. Er meinte jedoch, dass ich, sparsam eingesetzt, mit der Salbe schnelle Besserung erziele. Er hatte Recht behalten und ein paar Jahre lang konnte ich damit die Symptome gut in den Griff bekommen. 

Als dann im Laufe der Zeit mehr Stellen und vor allen Dingen schwere Schübe hinzukamen, war mir klar, dass Cortison nicht die Antwort auf Dauer sein kann.
Es kamen dann andere Cremes zum Einsatz wie Psorcutan oder Daivonex. Auch mit diesen Vitamin D-Präparaten kam ich eine Zeitlang zurecht. Irgendwann wirkten diese jedoch kaum noch und es blieben, vor allen Dingen bei Schüben, wieder nur die Salben und Cremes mit Cortison.
Als sich die Symptome auch im Gesicht, vor allen Dingen an der Stirn am Haaransatz, zeigten, wurde mir bewusst, dass ich die Krankheit vor anderen nicht mehr verstecken kann. Es begann dann eine ganz neue Phase im Umgang damit.

Ich musste nun einen Weg für mich finden, komische Blicke zu ignorieren und auf Nachfragen passende Antworten parat zu haben.
Bei meiner damaligen Beschäftigung als Außendienstmitarbeiter war das natürlich unangenehm, obwohl ich keine negativen Erfahrungen mit Kunden gemacht hatte.
Als dann die Psoriasis-Arthritis mit starken Gelenkschmerzen in den Fingergelenken und Füßen hinzukam, fiel mir die Arbeit als Außendienstler jedoch immer schwerer. Ein freundliches Gesicht zu machen bei einer Begrüßung mit kräftigem Händedruck, obwohl man lieber aufschreien möchte, ist praktisch nicht möglich. Jedem, dem man die Hand gibt, sofort darauf hinzuweisen, bitte nicht fest drücken, ist im Außendienst auf Dauer auch nicht praktikabel. Schließlich geht es darum, über das Geschäft zu reden und nicht als erstes über Krankheiten.
Zeitweise waren die Beschwerden so stark, dass ich morgens auf den Füßen kaum auftreten konnte.

Ich bekam dann zu dieser Zeit MTX unter Aufsicht vom Rheumatologen. Nach 4-5 Monaten ohne jegliche Verbesserung brach ich die Therapie ab. Heute weiß ich von anderen Betroffenen und Ärzten, dass möglicherweise die Dosis zu gering war. Auch der Rheumatologe wollte dann höher dosieren. Weil es mir jedoch eher schlechter ging, vermutlich auch durch die Nebenwirkungen, lehnte ich eine Weiterbehandlung mit MTX ab.
Mein Hausarzt empfahl mir dann „klassische“ Schmerzmittel, z. Bs. Ibuprofen oder Paracetamol. An manchen Tagen kam ich sogar mit Aspirin aus, ganz ohne Schmerzmittel verging jedoch damals kein Tag.
Als ich dann vor rund 10 Jahren durch eigene Internet-Recherche auf Theraflax aufmerksam wurde und das Naturmittel zu der Zeit direkt aus Südafrika bezog, konnte ich bereits nach vier Wochen Einnahme auf Schmerzmittel völlig verzichten.
Ich war von dem Erfolg so begeistert, dass ich es auch in unserer Selbsthilfegruppe in Berlin bekannt machte. Einige Mitglieder probierten das Mittel aus und rund die Hälfte hatten damals ebenso gute Erfolge.

Als mich der Hersteller Helfried Credé dann fragte, den Vertrieb für Deutschland zu übernehmen sagte ich zu.
Bis heute nehme ich die Ölmischung selbst ein und halte damit meine Psoriasis unter Kontrolle. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kommen Psoriasis-Schübe wie früher nicht mehr vor. Ich kann ohne Schmerzmittel leben und hoffe, dass es dabei bleibt.
Ich wünsche jedem von Schuppenflechte Betroffenen gute Besserung und viel Erfolg bei der Suche der „richtigen Therapie“. 
 

Stefan Meßmer
Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Juli 2009

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