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Vitamin D3

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das sich wie ein Hormon verhält und die Knochenbildung sowie die Aufnahme von Kalzium und Phosphor aus dem Darm reguliert. Vitamin D hilft dabei, den Transport des Kalziums zwischen den Knochen und dem Blut zu kontrollieren. Ein Vitamin im eigentliche Sinne, also eine lebensnotwendige Verbindung, die vom Körper nicht selbst erzeugt wird, sondern mit der Nahrung zugeführt werden muss, ist Vitamin D nicht. 

Vitamin D entsteht in der Haut durch Sonnenlicht, insbesondere im ultravioletten Wellenspektrum von 290 bis 315 Nanometer. Das Licht dringt in die Haut ein. Aus dem Provitamin D3 wird dann im Verlauf von zwei bis drei Tagen Vitamin D3, wofür keine Einwirkung von Sonnenlicht mehr erforderlich ist. In der Leber bzw. der Niere wird es zum hochwirksamen Vitamin D3 umgewandelt. 

1982 wurde in Japan bei einem Patienten, der wegen einer Osteoporose mit Vitamin D3 (Calcitriol) behandelt wurde, eine deutliche Besserung der Psoriasis beobachtet. Diese Beobachtung war der Anstoß, den Einfluss von Vitamin D3 und Derivaten auf die Schuppenflechte zu erforschen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Gabe von Vitamin D3 einen positiven Effekt auf die Hautveränderungen der Schuppenflechte besitzt. Leider ist beim unveränderten Vitamin D3 die Wirkung auf den Kalzium- und Knochenstoffwechsel aber so groß, dass es zur Therapie der Psoriasis nicht geeignet ist. 

Deshalb wurde versucht, das Molekül des Vitamin D3 so abzuwandeln, dass der positive Effekt für die Haut vorhanden bleibt, die unerwünschte Wirkung auf den Mineralhaushalt aber wegfällt. Dies gelang 1985 einem Mitarbeiter einer dänischen Pharmafirma durch die Synthese des Calcipotriols, welches jetzt zur lokalen Anwendung verfügbar ist. 

Wenngleich Vitamin D3 Analoga eine hervorragende antipsoriatische Wirksamkeit besitzen, so führen sie doch nicht regelmäßig zur vollständigen Abheilung der Hautveränderungen, so dass Kombinationstherapien mit anderen Antipsoriatika sinnvoll erscheinen. 

Die Wirkung auf die Haut besteht in einer Hemmung der bei Psoriasis enorm verstärkten Zellteilung der unteren Oberhautzellen sowie in einer Weiterentwicklung der Zellen, die bei der Psoriasis gestört ist. Vita-min-D3-Analoga werden auf die mit Schuppenflechte bedeckte Haut aufgetragen. 

1992 Calcipotriol - Handelsnamen Daivonex® und Psorcutan®; 
1996 Tacalcitol - Handelsname Curatoderm®, 
1998 Calcitriol - Handelsname Silkis®.

 

Dietmar Schulz
Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Juli/Dezember 2008

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