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Selbsthilfe und Hausarzt
Seit Seit 35 Jahren lebe ich mit der Schuppenflechte. Die starken Schübe, die ich im Laufe der Zeit immer wieder erlebt habe, waren verschiedenen Formen der Psoriasis zuzuschreiben.

Selbsthilfe
Seit vier Jahren nehme ich an den regelmäßigen Treffen der Psoriasis Selbsthilfegruppe München teil. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen ist sehr interessant. Dabei konnte ich mehrfach feststellen, dass jeder auf seine Krankheit anders reagiert und anders mit ihr umgeht.
Die Kurzreferate, die während dieser monatlichen Treffen immer wieder gehalten werden, sind bestimmt für jeden Psoriatiker interessant. Das Referat „Geschichte der Psoriasis“ erinnerte mich an den Anfang meines Psoriatikerlebens, an etwas, das ich längst vergessen hatte. Jemand sagte damals zu mir: „Was? Du hast Schuppenflechte? Das ist ja furchtbar! Das ist doch Lepra oder Aussatz wie es in der Bibel steht!“.

Hausarzt
Zu der Zeit hatte ich einen zauberhaften alten Herrn als Hausarzt. Dem klagte ich mein Leid. Er nahm sich sehr viel Zeit für mich und erklärte mir folgendes: “Du hast eine Krankheit, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Hautkrankheiten machten den Menschen Angst und wurden alle als Lepra bezeichnet.” Es wurde ein sehr langes Gespräch. Die Möglichkeit der Vererbung der Anlagen zur Schuppenflechte wurde erwähnt. Daraufhin hörte ich mich bei meinen Verwandten um. Es schien jedoch bei niemandem zuvor eine Psoriasis aufgetreten zu sein. In der Folge beobachtete ich meine beiden Töchter sehr genau. Die Ältere ist bis heute erscheinungsfrei geblieben. Bei der Jüngeren, sie ist jetzt Ende 30, traten zeitweise neurodermitische Erscheinungen auf. Vor einem halben Jahr wurde bei ihr schließlich eine Schuppenflechte diagnostiziert.
Durch die intensiven Gespräche mit meinem damaligen Arzt habe ich gelernt, mich mit meiner Psoriasis zu arrangieren, wobei auch meine Familie eine große Hilfe war. Auch meine Tochter geht ruhig und gelassen mit ihrer Schuppenflechte um. Sie kennt ja durch mich die verschiedenen Phasen und die Möglichkeiten zur Therapie.

Resümee
Im Nachhinein bin ich der Ansicht, dass die psychologischen Gespräche mit meinem Hausarzt sehr wertvoll für mich waren. Allerdings habe ich später auch andere Erfahrungen mit der Psychologie gemacht. In einer Rehamaßnahme, die ich wegen einer anderen Erkrankung machte, wurden auch Gespräche angeboten. Die sehe ich heute als Fiasko an. Es wurde in erster Linie in die Vergangenheit geschaut und nach eventuellen Schuldgefühlen gesucht. Gespräche über die Gegenwart wurden abgelehnt.
Zum Glück habe ich Freunde mit denen ich über alles reden kann. Das bringt mir sehr viel, und ich kann auch anderen Menschen zuhören. Durch meinen Hausarzt habe ich gelernt mir selbst zu helfen und nicht an meiner chronischen Krankheit zu verzweifeln oder zu zerbrechen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen kann einem chronisch Kranken in jedem Fall helfen mit seiner Krankheit umgehen zu lernen.

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