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Leben mit Psoriasis - Glückspilz
Seit über 30 Jahren bin ich Psoriatikerin und seit zwei Jahren besuche ich die Zusammenkünfte der Selbsthilfegruppe PSM e.V.

Dabei konnte ich feststellen:
Ich bin ein ausgesprochener Glückspilz und ein Beweis dafür, dass kein Fall wie der andere ist. Glückspilz deshalb, weil ich bisher nicht am Kopf oder im Gesicht von der Schuppenflechte befallen bin und nie in meinem Umfeld auch nur einen Funken Ablehnung erfahren musste. Glückspilz aber auch, weil der Arzt, der die Psoriasis feststellte ein wunderbarer alter Hausarzt war, der mich gleich zu Anfang sehr gut über die Krankheit informierte.

Wie alles begann:
Ich kam aus einem Urlaub im Bayerischen Wald zurück und hatte am rechten Handgelenk und nur da Mückenstiche, die zwar nicht sonderlich juckten, aber auch nicht verschwanden. Mein Hausarzt, wie gesagt ein alter Herr, meinte: “Ich glaube das ist Schuppenflechte aber das muss ein Fachmann abklären”. Mit der Order, nach der Diagnose des Facharztes sofort wieder zu ihm zu kommen, war ich fürs erste entlassen.
Bis ich dann einen Termin beim Hautarzt hatte vergingen natürlich einige Tage. Bis dahin sah ich am ganzen Körper, mit Ausnahme von Kopf und Beinen, aus wie ein Streuselkuchen. Der Hautarzt meinte ziemlich unfreundlich: “Wieso Verdacht auf Psoriasis? Das ist doch klar zu sehen, aber keine Bange, das ist in 4 Wochen weg!" Ein Riesentopf Salbe, die in der Apotheke zusammen gemischt wurde und Cortisontabletten wurden mir verordnet. Die Dosierung der Tabletten ist mir noch heute in Erinnerung: am 1. Tag 1, am 2. Tag 2, und so weiter bis 10 und dann wieder rückwärts.
Als ich meinem Hausarzt erzählte in 4 Wochen sei alles weg, sagte er zunächst: “Alles Quatsch” und dann nahm er sich eine ganze Stunde Zeit um mir alles genau zu erklären. Es gäbe erscheinungsfreie Zeiten und Zeiten in denen neue Schübe kommen könnten, die Anlage sei da. Dann forschten wir nach ob in meiner Familie schon einmal Psoriasis aufgetreten ist. Das war meines Wissens nicht der Fall. Dann erhielt ich die Aufgabe meine beiden Töchter genau zu beobachten. Bei der Älteren zeigte sich nichts, die Jüngere hatte zu der Zeit eine Erdbeerallergie, aber nur bei ausländischen Erdbeeren, die aus dem näheren Umkreis vertrug sie.
Nach etwa einem Vierteljahr war der erste Schub tatsächlich vorbei. Nur jeweils eine kleine Stelle an den Ellenbogen blieben mir erhalten, mal nur winzig, mal etwas größer.

Ruhepause
Der zweite schwere Schub kam etwa 10 Jahre später. Inzwischen war ich wieder berufstätig und damit gab es natürlich auch immer wieder Stress. Diesmal war es aber ganz anders als beim ersten Schub. Es gab große rote Flecken an Armen und Beinen, Körper und Kopf aber waren vollkommen frei. Ich hatte inzwischen einen neuen Hausarzt, der mich an eine Dermatologin überwies. Die behandelte mich mit Bestrahlung (PUVA) 8 Wochen lang. Danach war ich so braun wie noch nie in meinem Leben. Da mir direkte Sonnenbestrahlung nicht gut bekommt, habe ich sie immer gemieden. Eine Stelle am Ellenbogen war immer befallen. Auch in den folgenden Jahren gab es immer wieder kleinere oder größere Schübe, hauptsächlich an den Ellenbogen und den Handrücken.
Weil es immer nur verhältnismäßig kleine Stellen waren, die mich nicht sonderlich störten, beließ ich es bei normaler Hautpflege mit gelegentlicher Behandlung mit Spezialsalben. Dabei stellte ich fest, dass ich persönlich z.B. Salizylsäure absolut nicht vertrage und cortisonhaltige Salben nicht viel bewirken. Sobald ich diese absetze, blühen die kleinen Stellen wieder auf. Also lass ich es lieber gleich ganz bleiben und verwende bei starken Phasen Melkfett mit Ringelblumenextrakt und ansonsten eine ganz normale Hautcreme.

Einstellung zur Schuppenflechte
Ich habe mich also mit der Psoriasis arrangiert. Meine ältere Tochter ist bis heute erscheinungsfrei. Die Jüngere, jetzt Mitte 30 hingegen, reagiert auf beruflichen Stress mit neurodermitischem Erscheinungsbild. Ich habe also die Anlage zu Hautkrankheiten weitergegeben.

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