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Meine Hautkarriere (Psoriasis?)

Ich war noch ein Schulkind mit acht oder neun Jahren. Meist frisierte mich die Oma. Ich hatte damals noch Zöpfe. Aber eines Tages frisierte mich Mama und da entdeckte sie die vielen Schuppenkrusten. „Was ist denn das?“ rief sie zu Oma gewandt. „Das sind die trockenen Flechten“ sagte Oma ganz ruhig. 

So begann meine Karriere mit der Schuppenflechte. Auf die Idee, einen Arzt zu fragen, kam damals niemand. Mit einem feinen Staubkamm wurden die Schuppen entfernt so gut es ging. Das war viele Jahre so. Als junge Frau bekam ich an den Schienbeinen auch diese Schuppen. 

Endlich ging ich zum Arzt und bekam eine Salbe für die Beine. Hier besserte sich der Zustand bis ich merkte, dass die Haut ganz dünn wurde. Die Salbe wurde abgesetzt mit der Begründung: „Man darf diese nicht zu lange nehmen wegen Krebsförderung.“ 

Ich erfuhr aber immer noch nichts über meine Krankheit. Nun begannen auch die Fingernägel Meine Hautkarriere (Psoriasis?) sich zu verändern. Ich zeigte sie dem Arzt: „Das gehört zur Schuppenflechte“. Das war alles, was er sagte. Ich verbrachte noch viele Jahre mit meiner Selbsttherapie: Kopf waschen und die Krusten mit dem Kamm abnehmen. Trotzdem „bröselte“ man natürlich immer wieder. Weitere kleine Hautstellen am Schulterblatt und am Oberschenkel sind von Psoriasis betroffen. 

Wieder zur Hautärztin. Von ihr bekam ich Salben, die man über Nacht unter Folie (okklusiv) einwirken lassen musste und am nächsten Morgen auswaschen konnte. Trotzdem blieben die Haare oft fettig, aber von einer Heilung, auf die ich immer noch wartete: keine Spur. So vergingen wieder einige Jahre. Hätte mir damals endlich jemand gesagt, dass diese Krankheit nicht heilbar (chronisch) ist, so hätte ich nicht so lange umsonst hoffen müssen. 

Etwa Anfang der Achtzigerjahre erfuhr ich, dass die Psoriasis Selbsthilfegruppe einen Vortrag über Psoriasis im Gesundheitshaus der Landeshauptstadt München abhalten wird. Ich ging hin und nach dem Vortrag begann ich, meine Krankheit zu verstehen. 

Da ich von der Hautärztin keine anderen Medikamente bekam als immer nur zum Abschuppen, suchte ich die Ambulanz der Hautklinik der LMU (Frauenlob- Thalkirchner Straße) auf. Seitdem bekomme ich Lösungen (Cortison / Vitamin D3 verschreibungspflichtig), die zum Verschwinden der Plaques führen. Diese äußerlichen Medikamente verwende ich nun sehr sparsam, damit ich diesen Zustand erhalten kann. Cortison: z.B. Ecural - Vitamin D3: Daivonex/Psorcutan - Calcipotriol; Silkis - Calcitriol; Curatoderm - Tacalcitol). 

Auch einige Gelenke sind betroffen. Ob das von der Psoriasis oder Arthrose herrührt, ist nicht eindeutig geklärt. Ich bin in zweiter Ehe verheiratet und habe einen verständnisvollen Partner. 
So vergingen die Jahre und nun bin ich 73 Jahre geworden. Übrigens hatte mein Sohn diese Krankheit geerbt. Er ist 1981 bei einem Verkehrsunfall verstorben. 
 

Marianne
Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Juli 2010

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