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Behandlung:
äußerlich (topisch) mit Dithranol (Cignolin)

Entstehung:
Dithranol: im deutschsprachigen Raum Cignolin, im amerikanischen Sprachraum Anthralin.
1916 wurden schon, von Unna und Galewski, Arbeiten über Dithranol veröffentlicht.
Sie beinhalten die klassischen Prinzipien zur Behandlung der Schuppenflechte.

Wirkweise, Wirkstoff:
Laborversuche ergaben, dass Dithranol vielfältig in die biochemischen Vorgänge der Zellteilung und Entzündungsmechanismen eingreift und damit die gesteigerte Erneuerung der Oberhaut normalisiert. Dithranol dringt in die Haut dort ein, wo der psoriatische Entzündungsprozeß abläuft und weniger in die benachbarte Umgebungshaut.
Sehr selten kommt es durch Dithranol zu Reizungen der Psoriasisstellen bzw. der gesunden Haut. Maximum der Hautreizungen treten bis 48 Stunden nach der ersten Anwendung auf. Empfohlen wird daher die Dauer bzw. Wirkstärke erst alle zwei Tage zu steigern, und ggf. an den verschiedenen Stellen unterschiedliche Wirkstärken zu verwenden. 
Dithranol wirkt ausschließlich in den Psoriasis Bereichen. Auch nach langer sachgemäßer Anwendung hat Dithranol keinerlei negative Nebenwirkungen (keine Langzeitschäden), hilft sehr vielen Betroffenen und hat bei sachgemäßer Anwendung eine niedrige Versagerquote.

Anwendung:
Die Durchführung der Therapie ist stationär aber auch ambulant möglich. Vor der Anwendung sollten stark verschuppte Stellen mit Salizylsäure und Harnstoff abgeschuppt werden.
Dithranol wird einmal täglich dünn auf die Psoriasisstellen aufgetragen (Die Hände mit Einmalhandschuhen schützen). Nach der Einwirkungsdauer die behandelten Stellen gründlich abwaschen und abduschen. Um bei erstmaliger Anwendung eine negative Reaktion auszuschließen, ist ein Test an nur einer bzw. wenigen Stellen zu empfehlen.
Das Medikament verschmutzt stark die Wäsche und auch den Ort an dem die Therapie durchgeführt wird. Das Bad sollte nach der Anwendung sofort gereinigt und die Haut mit Pflegepräparaten eingecremt werden. Keine Anwendung in Hautfalten, sowie Schleimhäuten und Augenbereich.

1. Konventionelle Therapie:
Dithranol wird in Konzentrationen von 0,05 bis 5 % aufgetragen.
Die Einwirkungsdauer beträgt ca. 12 bis 24 Stunden.
Da Dithranol die Wäsche stark verschmutzt war diese, vor allem früher angewendete Therapie, der stationären Behandlung vorbehalten.

2. Hochdosierte Kurzkontakt- (Minuten-) Therapie:
Die Konzentration beträgt 0,5 bis 5 %,
bei einer Einwirkungsdauer von 5 bis 30 Minuten.
Danach wird abgeduscht.

3. Hochdosierte Kurzkontakttherapie (on/off):
Die Konzentration beträgt 0,5 bis 8 %.
Nach dem Auftragen wird die Salbe nach sehr kurzer Einwirkungsdauer abgeduscht.
Klinische Tests im Halbseitenversuch haben mit 1 und 2% und einer Einwirkungsdauer von 2 Minuten gleiche Ergebnisse wie die Minutentherapie ergeben.
Halbseitenversuch: Eine Körperhälfte im on/off Schema und die andere Körperhälfte mit Einwirkungsdauer entsprechend der Minutentherapie.

Rezepte:
Dithranol wird in Salizylsäure und Vaseline eingebettet.
Die Rezeptur wird nach Anweisung des Arztes in Apotheken hergestellt oder von Pharmafirmen als Fertigsalbe angeboten:
Psoradexan mit 0,5; 1; 2% Dithranol und 17% Harnstoff
Psoralon MT mit 0,5; 1; 2; 3% Dithranol und 2% Salizylsäure.
Auch als Stift angeboten mit 2 und 5% Dithranol
StieLasan HP mit 1; 2; 3% Dithranol und 0,5% Salizylsäure
Warondo Psoriasissalbe mit 0,6% Dithranol und 10% Salizylsäure
Micanol mit 1 und 3% Dithranol, (Vorsicht: Anwendungshinweise des Herstellers beachten)

Tipp: Die Therapie kann mit anderen Anwendungen kombiniert werden.

Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Dezember 1998

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