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Kopfpsoriasis

In verschiedenen Berichten heißt es: 
Die Kopfpsoriasis stellt für den Betroffenen eine erhebliche Belastung dar. Aber im nächsten Satz steht dann: Fast immer lässt sich die Kopfpsoriasis erfolgreich behandeln! Viele von Ihnen, die seit Jahren, ja sogar seit Jahrzehnten versuchen die Kopfpsoriasis in den Griff zu bekommen werden dafür nur ein Schmunzeln übrig haben. Denn bei der Kopfpsoriasis gilt genauso wie für die übrigen Körperstellen: Probieren geht über Studieren. 

Das Drei-Schritte-Programm: 
Schuppen ablösen 
Dies ist am besten mit Ölen möglich (z.B. mit Baby-, Salicyl- (3-10%) oder Klettenwurzelöl). Alternativen sind abwaschbare Fettcremes oder Salben, auch unter Zusatz von 2 bis 5 % Salicylsäure (z.B. Lygal® Kopfsalbe) möglich. Sie sollten die Wirkstoffe einwirken lassen. 

Am erfolgreichsten ist es, die Kopfhaut mit einer Kopfhaube aus Plastik zu bedecken und zwar wenn möglich über Nacht. Betroffene, die nachts mit einer Haube nicht schlafen können, behandeln soweit möglich tagsüber in der Wohnung. 

Schuppen auswaschen 
Dann am Morgen oder Abend ein normales, mildes Shampoo 3-5 Minuten einwirken, damit sich möglichst viele Schuppen lösen können. 

Daraufhin lässt man noch einmal ein medizinisches Haarwaschmittel (Stieprox®, T/Gel® Plus, Neutrogena, Kertyol-S®, Tarmed®, Poloris®, Polytar, de-squaman®) einwirken. Lösen Sie die Schuppen aber nicht mit Gewalt, d.h. rubbeln Sie nicht zu stark auf der Kopfhaut und meiden Sie scharfe Kämme oder Bürsten. 

Schuppenbildung behandeln 
Je nach Empfindlichkeit wird die Kopfhaut anschließend oder am nächsten Tag mit einer Kopfsalbe oder Tinktur behandelt. 
Leichte oder mittlere Kopfpsoriasis kann man mit schwefelhaltigen Schieferölen (z.B. Ichthyol® Creme, Crino Cordes®N) behandeln. Sie gelten als Alternative zu den verschreibungspflichtigen Steinkohlenteer-Produkten (Berniter® Kopfhaut-Gel, Polytar®-Lösung). 

Die weit verbreitete Skepsis vieler Betroffener gegenüber äußerlichen Kortisonanwendungen ist bei der Kopfpsoriasis nicht berechtigt, da eine Behandlung mit Kortison dort relativ problemlos abläuft. Das Auftragen einer Kortison-Creme ist in der Regel angenehmer, da Salben das Haar eventuell verkleben. Bei Cremes ist dieser Effekt weniger ausgeprägt. 

Anstelle von Kortison kann man auch die Wirkstoffe Calcipotriol und Calcitriol (Vitamin-D3-Abkömmlinge) als Tinktur auftragen (z.B. Lösungen, Salben oder Cremes von Psorcutan®, Daivonex®, Tacalcitol® und in Silkis®). Kortison und Vitamin D3 sollten Sie nur direkt auf die entzündeten Stellen und nicht großflächig auf die gesamte Kopfhaut auftragen. 

Kombinationstherapie 
Diese sollte nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen: Zuerst wird oftmals mit Kortison und nur hin und wieder mit nichtsteroidalen Medikamenten abwechselnd behandelt und dann zunehmend das Kortison reduziert, um es letztendlich ganz auszuschleichen. 

Dieses Ausschleichen wird etwa über vier Wochen lang und zwar täglich durchgeführt, um Rebound-Phänomene, die nach abruptem Absetzen der Kortisonbehandlung auftreten können, zu vermeiden. 

Als sanftes und wirkungsvolles Mittel für den Kopf gilt Rubisan® Creme, ein homöopathisches Mittel mit dem Wirkstoff Mahonia Aquifolium. 

Tipp: Auf jeden Fall muss der Haarboden regelmäßig, d.h. einmal wöchentlich rückgefettet werden. Das ist besonders notwendig, wenn man alkoholhaltige Tinkturen benutzt, die die Haut austrocknen. 

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit einem UV-Lichtkamm. Diese Behandlung sollte täglich und über einen Zeitraum von 4 bis 8 Wochen durchgeführt werden. Als Tipp: Den Kopf in drei Abschnitte teilen und von hinten nach vorne den Lichtkamm auf der Kopfhaut durchziehen. Man sollte mit etwa einer Minute (3x1 Minute) beginnen und dann bis 5 Minuten steigern (3x5 Minuten = 15 Minuten). 

Die UV-Lichtkämme sind im Heilmittelkatalog enthalten, der Arzt kann diesen verordnen. Es ist ratsam, die Kostenübernahme von den Krankenkassen zu besorgen. Es gibt mehrere Hersteller von Lichtkämmen: weitere Information bei PSM. Es gibt drei verschiedene Lampenspektren: UV-A, UV-B und UV-B Schmalspektrum. Am geeignetsten ist UV-B Schmalspektrum.
 

Idee von Irmgard Hecker, 
Textteile vom PSO Forum Berlin 
bearbeitet Dietmar Schulz © PSM e.V.
Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Juli 2006

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