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Keiner darf wegen dieser Krankheit vereinsamen
Es gab Zeiten, da trug ich auch im Sommer nur Kleider mit langen Ärmeln. Der Grund: Meine Schuppenflechte. Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland haben Psoriasis - so die medizinische Bezeichnung -. Psoriasis erkennt man an den typischen geröteten, silbrige Schuppen treibenden Hautstellen. Ihre Ränder sind scharf umgrenzt. Sie können kleinflächig bis ausgedehnt auftreten. Die Ursache ist bisher unbekannt.

Auch Befall der Gelenke möglich
Normalerweise bilden sich neue Hautzellen alle 28 Tage, bei Psoriatikern dagegen schon in vier Tagen. Dadurch entsteht eine regelrechte Aufhäufung lebender Hautzellen in Form der erhabenen Hautstellen, die mit abgestorbenen - und deshalb silbrigweißen - Hautzellen bedeckt sind. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen: Alte Hautzellen können gar nicht so schnell absterben, wie neue nachkommen. Auch die Nägel können befallen werden. Bei ungefähr fünf Prozent der Betroffenen breitet sich die Psoriasis auch auf die Gelenke in Form einer Arthritis aus.

Ich zog mich immer mehr zurück
Psoriasis ist nicht, wie Laien oft fürchten, ansteckend. Die Anlage zu dieser chronischen Hauterkrankung ist allerdings vererbbar. Sie kann nach Infekten, Verletzungen oder als Folge besonderer seelischer Belastungen ausbrechen und dann immer wieder in Schüben auftreten. Für die Betroffenen ist das nicht nur eine große körperliche Belastung. Die Krankheit stellt auch ein erhebliches seelisches Problem dar. Vorurteile der Mitmenschen belasten oft die Psyche der Patienten. Mich - Irmgard Hecker - seit einem Bandscheiben­vorfall in Rente, begleitetet die Psoriasis seit 40 Jahren durch mein Leben. Die seelischen Belastungen am Beginn der Krankheit äußerten sich bei mir so: Ich zog mich immer mehr zurück und trug nur noch helle Kleidung mit langen Ärmeln Denn auf dunkler Kleidung stachen die herabfallenden Schuppen offenkundig ins Auge wie die zahllosen Flecken auf unbedeckten Armen.

Der heilsame Urlaub in Südtirol
Ich war es leid immer wieder auf die Schuppen und die Hautstellen angesprochen zu werden. Heute besteht die Gefahr nicht mehr ich habe gelernt mit der Schuppenflechte umzugehen. Ich habe vieles ausprobiert - die verschiedenen Salben, Teerpräparate, Öle, Medikamente und stationäre Maßnahmen. Natürlich immer in Absprache mit meinen Ärzten. Auf die heilsame Wirkung der Sonne für Psoriasis kam ich selbst, als ich mit 24 Jahren zum erstenmal Ur­laub in Südtirol machte. Als ich hinfuhr hatte ich im Dekolleté einen großen Psoriasisherd. Durch das Oberteil meines Bikinis wurde er nur teilweise verdeckt. Als ich vom Urlaub zurückkam, war der Fleck dort abgeheilt wo die Sonne hinkam. Die Stelle, die vom Stoff bedeckt war, war noch verschuppt.

Ernährung
Viele Anregungen, Tipps und Informationen bekomme ich auch von der Selbsthilfegruppe. Seit einigen Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in der Selbsthilfe. Jede Psoriasis ist etwas anders, jede Haut reagiert etwas anders. So habe ich für mich entdeckt, dass auch die Ernährung einen Einfluss hat. Nach dem Verzehr von Schokolade, Pfeffer (Blütengewürzen), Wein und Orangensaft, reagiert meine Haut mit vermehrter Schuppenbildung. Seitdem meide ich diese Sachen.

Kuren am Toten Meer
Besonders wichtig ist für mich jedoch sorgfältige Hautpflege. Ölbäder sind für mich das A und O. Die schuppenden Stellen werden darin aufge­weicht - auch an denjenigen Körperstellen, die man nicht so gut erreichen kann. Die Schuppen können dann vorsichtig abgelöst werden. Nach dem Bad benutze ich rückfettende Lotionen. Psoriasis ist nicht heilbar, aber bei richtiger Pflege kann man damit leben. Diese günstige Wirkung (Erscheinungsfrei) tritt nach stationären Behand­lungen wie z.B. am Toten Meer ein.

Selbsthilfegruppe
Doch neben Hautpflege und stationären Maßnahmen ist auch die innere Einstellung des Betroffenen wichtig. Ich lebe mit meiner Psoriasis. Heute kann ich frei erzählen: ja ich habe Psoriasis und kann mich frei unter die Leute trauen. Das verdanke ich der Selbsthilfegruppe, die mir Selbstsicherheit gab und gibt. Wenn bei jemandem die Psoriasis ausbricht, ziehen sich viele ganz zurück. Sie meiden die Gesellschaft, wo immer es nur geht. Doch das sollte nicht sein. Das zu verhindern sehe ich als den Hauptgrund für mein Engagement in der Selbsthilfegruppe an. Niemand darf wegen Psoriasis vereinsamen.

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