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Selbsthilfe im Saarland

Im Alter von 29 Jahren (Jahr 1969) trat die Schuppenflechte bei mir erstmals auf. Der erste Hautarzt wusste nicht viel damit anzufangen. So war auch seine Diagnose. Erst der zweite Hautarzt sagte schon von weitem, dass es sich um Psoriasis handele. Es folgten nun viele Behandlungsmöglichkeiten. Die Salben und Cremes wurden per Rezept vom Arzt zusammengestellt, sogenannte Apothekenrezepturen, die nach Anweisung des Arztes der Apotheker mischt, keine Fertigprodukte der Pharmafirmen. Bestrahlung beim Hautarzt mit Einnahme von Tabletten um die Haut zu sensibilisieren (PUVA). 

Natürlich kamen zum behandeln und zur Pflege etliche Salben und Cremes zur Anwendung, die mehr oder weniger halfen. Die am meisten betroffenen Stellen sind die klassischen Psoriasisstellen an den Ellbogen und den Knien sowie am Rücken. Nach diversen ambulanten Behandlungen durch den damaligen Hautarzt, verordnete er Rehabilitationsmaßnahmen („Kuren“). Diese wurden in Bad Bentheim, Bad Rappenau, Bad Oeynhausen und vier mal am toten Meer durchgeführt. Die Erfolge waren mal so und mal so. Die längste Zeit in der ich nach einer „Kur“ in Bad Rappenau erscheinungsfrei war betrug ein dreiviertel Jahr. Für manche Psoriatiker eine unvorstellbare lange Zeit. Andere betrachten nach stationären Aufenthalten diese er-scheinungsfreie Zeit als Ergebnis. Etwa Ende der siebziger Jahre kamen zur Psoriasis der Haut noch die Gelenkbeschwerden hinzu, welche mir sehr viele Probleme bereiteten. 

Die meisten Probleme machten mir einige Jahre die Psyche. Durch meine Scheidung wurde ich mit Briefen der Gegenseite konfrontiert, die inhaltlich aus meiner Sicht nicht stimmten und auch Ungerechtigkeiten enthielten. Dies setzte mir so zu, dass die Schuppenflechte auf Grund dieses Ärgers blühte. Die Ernährung hat aus meiner Sicht für mich keine negativen Einflüsse auf die Schuppenflechte gehabt. 

Im Jahre 1995 war mein Gesundheitszustand sehr angeschlagen und auch die Firma DASA (Daimler), bei der ich arbeitete, wurde geschlossen, so dass ich vom Rentenversicherungsträger in den vorgezogenen Ruhestand geschickt wurde. 

Heute habe ich meine Psoriasis der Haut und der Gelenke einigermaßen im „Griff“. Meine derzeitige Therapie: Ich mache einmal die Woche zu Hause Bestrahlung und gehe regelmäßig in die Sauna. Die Wärme bekommt meiner Psyche sowie der Haut und den Gelenken sehr gut. Mindestens einmal im Jahr ist für drei bis vier Wochen eine Reise nach Istrien angesagt. Das Klima dort bekommt meiner Haut und auch den Gelenken hervorragend. Die Sonne ist für viele Psoriatiker eine Hilfe für beschwerdefreie Haut und schmerzarme Gelenke. Ins Meer gehe ich nur wenn das Wasser mindestens 25 Grad hat, sonst gibt es Probleme mit den Gelenken, welche ich dann wieder mit Rheumasalbe behandele, z.B. mit Rheumasalbe Triplex (Aldi!) oder Thero Rheuma, einer wärmenden Salbe (Bayer). 

Bei den von Schuppenflechte Betroffenen kommt es in der sonnenarmen Zeit, vom späten Herbst bis Ende der Winterzeit, immer wieder zu Verschlechterung der Haut und auch der Gelenke. Es kommt auch in der Übergangszeit Herbst und Frühjahr zu Schüben. In dieser Zeit bestrahle ich mich zu Hause dann mehrmals in der Woche. In der übrigen Zeit bestrahle ich nur einmal. 

Die Behandlung meiner Schuppenflechte kommt ohne Tabletten aus, was für mich sehr erfreulich ist. Zur Pflege benutze ich für das Gesicht reine Vaseline, nicht aus der Apotheke sondern Hagners reine Vaseline aus Freudenstadt. Für die Pflege des Körpers verwende ich Melkfett aus dem Globus Kaufhaus (Firma Eris Bad Salzufflen). Laut der Firma ist dies ein reines Naturprodukt. Es fällt nicht unter das Arzneimittelgesetz, da es ein Pflegeprodukt (Kosmetikum) ist. Ganz dünn aufgetragen zieht es wunderbar ein und klebt nicht. Für mich eine optimale Pflege. So komme ich mit meiner Schuppenflechte über die Runden, was ich auch allen anderen Betroffenen wünsche. 

Im Jahre 1997 kam zu der Schuppenflechte eine Darmkrebserkrankung, die eine Operation mit anschließender Chemotherapie (Bestrahlung) erforderlich machte. Im Jahre 2002 bekam ich in Kaiserslautern im Herzzentrum einen Defibrillator (erweiterter Herzschrittmacher) eingesetzt. Seit dieser Zeit sind Anfälle, bei denen es mir schwarz vor Augen wurde und ich auch Ohnmachtsanfälle hatte vorbei. Dies begleitete mich über 30 Jahre und kein Arzt hatte eine Lösung bzw. Bedeutung dieser Vorfälle, noch eine Hilfe gefunden. 

Mein Wissen über die Krankheit wollte ich an andere Betroffene weitergeben. In meiner Berufszeit war ich aktiv 13 Jahre lang als Schwerbehindertenvertrauensmann und stellvertretender Gesamtvertrauensmann bei der DASA tätig. Im Saargebiet, wo ich lebe, gab es eine Selbsthilfegruppe, die ich seit 15 Jahren leite. Diese trifft sich regelmäßig einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch. Außerdem kamen weitere Veranstaltungen wie z.B. Podiumsdiskussionen dazu. Unterstützung finden die Selbsthilfegruppen im Saarland durch die Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe (KiSS) Stelle in Saarbrücken. 

Die Selbsthilfegruppe ist eine selbstständige Gruppe, die das ganze Saarland betreut. Bundesweit arbeiten wir in der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e. V. (PSOAG) mit weiteren Selbsthilfegruppen zusammen.

 

Heinz Hamm
Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Dezember 2004

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