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Beratung: Das Wichtigste ist Zuhören.


Wenn ich die Tür zum Beratungsraum aufschließe, warten oft schon Ratsuchende, die über Zeitungen oder Bekannte von uns gehört haben. Die meisten erhoffen sich ein Patentrezept gegen die Psoriasis, das es natürlich nicht gibt. Da müssen wir be­hut­same und geduldige Aufklärungsarbeit leisten und vermitteln, dass die Schuppenflechte nicht heil­bar ist es aber viele Möglichkeiten der Linderung gibt.

Information
Das Informationsdefizit ist sehr groß. Sie wissen nicht, dass Psoriasis vererbt wird und kennen das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten nicht. Ge­le­gentlich ist sogar die Diagnose unklar. So erzählen sie, der erste Arzt habe ein Ekzem, der zweite Pilz und der dritte schließlich Schuppenflechte fest­gestellt. Die Dunkelziffer von unzurei­chend informierten Patienten ist wahrlich sehr hoch.
Dietmar, von Anfang an und das heißt, seit 16 Jahren dabei, analysiert: Wir müssen die Klagen über Ärzte und Ärztinnen unter zwei Gesichtspunkten sehen. Zum einen gibt es Ärzte, die keine Zeit haben oder Zeitdruck ausstrahlen. Zum anderen gibt es auch Patienten, die keine Fragen stellen, weil sie sich nicht trauen oder es nicht gelernt haben. Trotzdem benötigen sie Informationen. Von einem guten Arzt erwarten wir, dass er dies erkennt und die Gespräche so führt, dass die Informationsbedürfnisse befriedigt werden. Ich selbst gebe den Tipp: Alle Fragen vorher aufschreiben und den Zet­tel in der Sprechstunde sichtbar benutzen. Dann nimmt sich der Arzt auch Zeit.

Interview
Ich habe mich mit Dietmar getroffen, um zu erfahren was in der Selbsthilfe gemacht wird und ob die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand gerechtfertigt ist? Oder handelt es sich nur um „Vereinsmeierei", ein Befriedigen von Statusbedürfnissen für die einen, geselliges Beisammensein wie Kegelbruderschaften für die anderen ein Schon- und Freizeitraum für Selbstmitleid und Klagen?
In dem Gespräch mit Dietmar wird rasch klar, dass die PSM mit ihrer Beratung wichtige gesund­heitsbildende Aufgaben erfüllt: Aufklärung, konkrete Tipps, freie Diskussion über unsere Probleme, Hilfe zur Bewältigung der Erkrankung. Nebenbei Werb­ung für die Mitgliedschaft in der PSM, aber niemand wird unter Druck gesetzt. Wer gezielt eine Auskunft will, über eine Klinik zum Beispiel oder über bestimmte Behandlungen, ruft an.
Wer persönlich kommt, braucht Hilfe zur emo­tionalen Bewältigung der Erkrankung, hat Probleme mit dem Partner, der Familie, der Umwelt oder mit sich selbst. Solche Gespräche dauern eine halbe Stunde oder länger. Alle haben Zeit, auch die Wartenden, denen in der Zwischenzeit, zur Überbrückung der Wartezeit, Informationsmaterial angeboten wird.

Zuhören
Zuhören ist das Wichtigste, der Berater versteht um was es geht, denn er ist selbst betroffen. Dies erklärt, warum die Ratsuchenden so zufrieden weggehen, auch wenn sie meist kein Patentrezept bekommen haben.
Anregungen und Tipps gibt es natürlich schon. Die Gruppe informiert auch über Ärzte. Sie hat durch Umfragen bei den Münchner Betroffenen und nach dem Branchenbuch (Dermatologen) ein sog. Ärztekataster zusammengestellt. So kann sie Auskunft darüber geben, beispielsweise welcher Arzt in der Nähe oder auf dem Weg zur Arbeit liegt.

Psoriasis
Jeder hat seine eigene Schuppenflechte. Jeder muss testen und herausfinden, was ihm hilft. Jeder muss entscheiden, was für ihn gut ist. Das ist der selbstbewusste und eiserne Grundsatz in der Beratung von Betroffenen für Betroffene.
Als ich spät abends nach Hause gehe, bin ich beeindruckt vom Engagement der Gruppe. Warum machst du das, habe ich zum Schluss gefragt. Ich war immer schon engagiert, erklärt Dietmar. Den Verein mache ich, damit ich`s nicht verlerne. Solidarität ist für mich selbstverständlich.

Selbstverständlich?

Das Gespräch mit Dietmar Schulz, dem Vorsitzenden der PSM, führte die Journalistin Edna Stretlow zu einer Zeit, in der die persönliche Beratung im Münchner Gesundheitshaus von sehr vielen Betroffenen und Angehörigen in Anspruch genommen wurde. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl derer, die auf diesem Wege nach Rat suchen, stark abgenommen. Andere Möglichkeiten der Beratung, beispielsweise beim monatlichen Treff, per Telefon oder E-Mail werden dahingegen verstärkt genutzt. PSM bietet die persönliche Beratung weiterhin an allerdings ist dafür seit diesem Jahr eine telefonische Anmeldung erforderlich.

Dank
Allen, die sich seit 1985 in der persönlichen Beratung engagiert haben, auf diesem Wege noch einmal herzlich Dank!

PSM

Erstveröffentlichung im Infobrief PSM Juli 2002

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