Psoriasis Information München (PIM) Logo PSM
 
PIM
Service
Lesen
Psoriasis
Behandlung
Leben mit
Erfahrungen
Berichte
Fragen
Adressen
Info
Selbsthilfe
Kliniken I
Intern
Inhalt
Impressum
E-Mail
 

Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s einen!

Seit über fünfunddreißig Jahren kenne ich Psoriasis. Ich habe diese Krankheit als kleines Mädchen bei meiner Mutti kennen gelernt. Meine Mutti bekam Schuppenflechte mit einem ganz schweren Schub am ganzen Körper. Ich kann mich noch erinnern, dass ich sie immer am Rücken eingecremt habe. Damals hat unser alter Hausarzt schon gesagt, dass ich die Anlage zur PSO geerbt haben kann.

Mit ungefähr achtzehn Jahren habe ich eine milde Form von Neurodermitis an Oberarmen und Dekolleté bekommen, die nachweislich psychosomatisch war. Seitdem habe ich insgesamt eine extrem trockene, leicht schuppende Haut. Ein Professor in Schwabing hatte mir gesagt, dass es sich eventuell um eine Abart von Psoriasis handeln könnte und wollte mich mit Cortisonsalben behandeln. Zu der Zeit war ich schon im pharmazeutischen Großhandel als gelernte Apothekenhelferin. Weil ich mich nicht sehr beeinträchtigt fühlte, lehnte ich die Therapie ab.

Durch das Miterleben von Muttis PSO-Schüben habe ich dann einfach ausprobiert mit welchen Pflegeprodukten ich mich wohl fühlte. übrigens habe ich von klein auf nie Angst oder gar Ekel empfunden, wenn ich Menschen mit irgendwelchen Hautkrankheiten begegnet bin.

Mich hat Psoriasis sozusagen mein ganzes Leben begleitet. Meine Mutti und ich haben oft, besonders bei Schüben an bestimmten Stellen etc., darüber gesprochen. übrigens muss man wissen, dass ich selbst noch an einer anderen chronischen Krankheit seit über zehn Jahren „leide". Ich habe Fibromyalgie, eine Form von Weichteilrheuma, die noch kaum erforscht ist. Ich lebe mit ständigen Schmerzen, oder besser gesagt, die Schmerzen begleiten mich in meinem Leben.

Anfang 2001 haben meine Hausärztin und ich über die Möglichkeit, eine Kur bzw. eine Rehamaßnahme zu machen, gesprochen aber noch nichts beantragt. Ende April 2001 habe ich an meinem linken Unterschenkel drei seltsame Mückenstiche entdeckt, die nach drei Wochen noch nicht weg waren. In diesen Wochen haben an beiden Schienbeinen meine Schuppen extrem zugenommen und ich hatte auf einmal rote Flecken.

Ich erinnerte mich, dass meine Mutti zu Beginn ihres ersten Schubes auch merkwürdige Stiche hatte. Das habe ich meiner Hausärztin erzählt. Sie hat mich untersucht und zum Dermatologen überwiesen. Beide Ärzte habe meine Diagnose Psoriasis bestätigt. Wir haben einige Zeit diskutiert, wie eine Behandlung aussehen könnte. Die Möglichkeiten sind wohl jedem mehr oder weniger bekannt. Ich erhielt eine Rezepturlotion, die in erster Linie gegen Juckreiz und Austrocknen der Haut zusammengestellt war.

Nach zwei Wochen etwa half sie nicht mehr. Ich habe dann genau wie Mutti ausprobiert womit ich zurechtkomme. Im August war ich dann übrigens fast erscheinungsfrei. Ich hatte nur noch meine übliche trockene Haut. Zu meiner Hausärztin, die mich sehr unterstützt hat, habe ich immer Kontakt gehalten. Im Sommer haben wir dann einen Kurantrag gestellt (vor allem wegen Fibromyalgie).

Ich hatte das Glück, im Januar 2002 in eine Schmerzklinik zu kommen, die auch Solebehandlungen und Bestrahlungen machen konnte. Dies war sehr günstig da ich gegen Ende der ersten Woche an den Unterschenkeln einen neuen Schub bekommen habe. Die Ärzte in der Klinik waren sehr überrascht über meine Einstellung zu meinen chronischen Krankheiten. Sie bestätigten mir, dass dies mein Befinden sehr zum Positiven beeinflussen würde. Das Wichtigste ist, dass meine „Beschwer­den“ mich begleiten, aber nicht leiten.

Ich registriere sozusagen, dass in dem Gelenk die Schmerzen schlimm sind und die Haut brennt. Aber ich lasse mich nicht von meinen Tagesplänen abbringen. Dann gehe ich halt etwas langsamer und verwende eine andere Körperlotion. Aber jammern gibt es nicht.

Über meine Probleme rede ich, aber nicht mit jedem in gleicher Weise. Ich sage z. B. „Morgen regnet´s, mir tun die Füße weh und ich könnte aus der Haut fahren“. Wer mich gut kennt, sagt schon mal, dass ich nicht so unken soll, nimmt mich aber ernst. Es gibt mittlerweile schon Arbeitskolleginnen, die mich fragen wie das Wetter wird. Nur Pech, wenn es mir gut geht, denn meine Fußgelenke tun mir eigentlich immer weh, nur bei Klimawechsel und hoher Luftfeuchtigkeit ist es ein anderer Schmerz. übrigens ist auch meine PSO im Sommer deutlich besser als im Herbst und im Frühling.

Meine Krankheiten akzeptiere ich als ein Teil von mir. Noch etwas sehr wichtiges: Auch mein Mann akzeptiert mich wie ich bin. Er nimmt Rücksicht auf mich, wenn ich es verlange, aber er hat kein Mitleid! Das ist auch richtig so. Denn Mitleid macht immer alles schlimmer.

Von meinen Mitmenschen erwarte ich Toleranz, wenn ich mal nicht so kann wie ich will. Ich erwarte die Hilfen, die ich fordere und brauche, nicht mehr.

Das Selbstbewusstsein, das ich habe und das mich leitet, mich nie zu verstecken und selbst zu bemitleiden, wünsche ich Jedem.

 

Barbara Bauer

weiter

Home

© Januar 2004 PSM e.V.